Editorial: Arbeitsmarkt – Nimm mich!

Welch ein unpoetisches Thema! ‚Arbeitsmarkt‘ – da nimmt sich die Muse doch gleich ihren Resturlaub und fährt mit jeder Menge Rotwein im Gepäck nach Schweden. Doch die kultextur widersteht dem Fluchtreflex und stellt sich im schönen Monat Juni unerschrocken diesem Schreckgespenst der Freigeister, um es mit Tinte zu teeren und mit Federn zu kitzeln.

So werden wir von jenen Läufern berichten, die schon mit dem ersten Abschlusszeugnis in der Tasche genau wissen, wo sie sich in ihrer Zukunft sehen. Von jenen, für die der Arbeitsmarkt ein dankbares Ziel ist, in dem es den eigenen Warenwert zu testen gilt. Wir werden von den Wanderern erzählen, für die der Weg durch den Jobdschungel gleichzeitig das Ziel ist und die hinter jeder Biegung auf ein neues Abenteuer hoffen. Von denen, die sich immer treu bleiben wollten und dem Personalchef dann doch den Perfektionismus als ihre größte Schwäche verkaufen. Und von denen, die es geschafft haben, die jeden Morgen so richtig gerne ans Werk gehen. Ja, auch Utopien finden bei uns ihren Platz.

Wir stellen Sie, liebe Leser_innen hiermit offiziell als Praktikant_innen für die kommenden vier Wochen ein. Ihre Aufgabenbereiche? Nun, Sie werden das aus anderen Praktika bereits kennen: Kaffee kochen, lächeln und lesen, lesen, lesen. Und was ist doch gleich die offizielle Währung, in der Praktika bezahlt werden? Ach, richtig: Allen, die möchten, stellen wir natürlich ein Praktikumszeugnis aus. Bitte schreiben Sie dazu einfach eine formlose Mail an unsere Redaktionsadresse.

Und sollten Sie tatsächlich die Büchse der Pandora einer glücklichen Integration in den Arbeitsmarkt geöffnet haben – für den Schlüssel wären auch wir dankbar. Bis dahin schreiben wir weiter, einfach nur so, und werden dafür vergütet mit allem was wir brauchen: Mit Leser_innen wie Ihnen.

Für die Redaktion im produktiven Monat Juni

Zoë Porombka