Körper – errechnen, berühren, verkleiden

Im Februar wollen wir uns in der kultextur mit Texten rund um das Thema Körper beschäftigen. Die Assoziationen zu unserem Monatsthema reichen dabei vom menschlichen über den mathematischen Körper bis hin zu – natürlich: Text-Körpern. So zeigt unser Editorial-Bild sowohl einen Unterarm, der über einen Oberschenkel gelegt wurde als auch zwei schlichte geometrische Formen. Welcher Eindruck überwiegt, dürft ihr entscheiden.

Wurde der menschliche Körper lange Zeit als gottgegeben und schicksalhaft betrachtet, wird die Medizin seit dem 20. Jahrhundert verstärkt dazu genutzt, Therapien zur Unterstützung oder Umsetzung von Schönheitsvorstellungen zu entwickeln (Dermatologie, Chirurgie, Dentologie). In diesem Zusammenhang erscheint unser heutiger Körper vielmehr als ein Körper der Machbarkeit, in den Vorstellungen von Status und eigene Wertvorstellungen eingeschrieben werden und der als Gradmesser oder Repräsentant für Schönheit und Erfolg steht.

So ist der Körper längst fester Bestandteil der Konsum- und Werbeindustrie, die zunehmend die sogenannten Hyperkörper erschafft. Das retuschierte und idealisierte Bild des Hyperkörpers wird den Verbrauchern dabei oft selbstverständlich und als real erreichbar dargeboten. Auch im Hinblick auf den Fitnesskörper wird unser physisches Erscheinungsbild zunehmend zu einem ästhetisierten und machbaren Konstrukt. Im Spannungsverhältnis von physischer, dreidimensionaler Körperlichkeit und der postmodernen Mediengesellschaft ist immer wieder vom Verschwinden der Körper die Rede. So scheinen die Körper auf der einen Seite hinter der Flächigkeit, der Eindimensionalität medialer Repräsentationen zu verschwinden und auf der anderen Seite – beziehungsweise gerade deshalb – präsenter zu sein als je zuvor.

Natürlich ist der Februar auch der Monat der fünften Jahreszeit, der Verkleidung und Maskerade. Der Karneval kann wohl in vielerlei Hinsicht als ein körperliches Fest gelten, das würde auch Bachtin nicht abstreiten. Freuen wir uns also auf karnevaleske Literaturen und einen grotesken Monat im besten Sinne! Wir haben für euch unsere schönsten Text-Körper geformt und mit Stift und Papier gebodybuildet.

Viel Spaß beim Lesen!

Eure Chefredakteurin im Februar,

Zoë Porombka

Lyrik

(ein text von vielen) (Dinah Schöneich)
KörperICH (Katharina Wolter)

Prosa

Zwei alte Damen (Julia Nüllen)
rot, blau, grün (Malte Klingenhäger)
Gastbeitrag: Spiegelgesicht (Dierk Seidel)

Grenzübergreifendes – Theater

Lose Gedanken zum Körper, der der Körper ist, der der Körper ist. (Zoë Porombka)