Editorial: Magischer Realismus – Wen wundert’s?

 

Ein alter Blick aufs Meer

In Literatur und Kunst wird manchmal eine Welt entworfen, in der Mythen und Phantasien mit dem Alltag verschwimmen. „Magie“ und „Realität“, zwei Konzepte, die in unserer Kultur gerne als Gegensatzpaar gesehen werden, fallen dabei zusammen. Werke dieser Art werden entsprechend zum „Magischen Realismus“ gezählt.

Im Unterschied zur Fantasy, deren Geschichten in einer anderen Welt spielen, oder Urban Fantasy, in der magische Parallelgesellschaften existieren, geht es beim Magischen Realismus um unsere Welt, in der aber Geister, Götter und Magie ebenso alltäglich sind wie Schokoladeneis oder mit dem Hund raus zu gehen.

Kafkas Verwandlung kann zum Magischen Realismus gezählt werden. Gregor Samsa wacht eines Morgens auf und entdeckt, dass er sich in einen Käfer verwandelt hat. Doch es wundert sich niemand darüber, niemand verlangt eine Erklärung. Und warum auch? In dieser Wirklichkeit ist alles möglich und alles normal.

Wir erkunden im April in der kultextur diese „dritte Wirklichkeit“ und laden Sie dorthin ein, wo die Magie in die Realität hineinragt. Und wenn Ihnen dabei ein Geist über die Schulter schaut, nicht wundern.

Für die Redaktion im April

Anne Wahl


Öffentliches

Vor der Kamera – Hinter der Kamera. Ein Perspektivwechsel.
Brief von der Lesung

Prosa

Der Mitbewohner (Anne Wahl)
Feierstunde (Lisa Herden)

Visuelles

Schwellen (Elisabeth Schröder)