Metropolis – Der kleine Autor und die große Stadt

An große Städte haben sich die meisten Menschen mittlerweile gewöhnt. Ob als Fußgänger, Auto- oder Radfahrer, sie finden sich auf vollen Straßen zurecht. Auch die allgegenwärtigen Maschinen und Geräusche machen niemandem mehr Angst. Wenn jemand jedoch als Tourist in eine unbekannte Großstadt fährt, womöglich noch eine, die im Ausland liegt, sind viele zunächst überwältigt. Das bedeutet freilich nicht, dass man seinen Aufenthalt nicht genießen könnte. Doch in dem Moment, in dem man aus seiner Unterkunft auf die übervolle, laute Straße tritt und sich fragt, wie herum man die Straßenkarte zu halten hat, fühlt sich manch einer klein und verloren. Statt zügig zu seinem Ziel zu laufen, sucht man es noch. Wenn man dann zwischen den hohen Häusern stehen bleibt, weil man noch immer nicht die richtige Handhabe der Straßenkarte ermitteln konnte, ist man für zahlreiche Empfindungen offen. Jedes Detail ist plötzlich wichtig, es könnte den richtigen Weg weisen. Für uns als Autoren sind solche Erfahrungen von immenser Bedeutung. In diesen Städten sehen wir Texte durch die Fußgängerzone flanieren, sich in Müllcontainern verkriechen und in der Straßenbahn hocken. Und an welchem Ort könnte es mehr dieser überwältigenden Eindrücke geben, als in einer unbekannten Stadt? Wir müssen uns nur die Zeit nehmen, uns klein zu fühlen, um die verborgenen Großartigkeiten zu sehen.
Auf kultextur wollen wir uns in diesem Monat mit eben jenen Augenblicken des Sich-klein-Fühlens und der damit einhergehenden Inspiration beschäftigen.

Viel Spaß beim Lesen!

Eure Chefredakteurin im Januar

Lisa Herden

Prosa

Mitten Nebeneinander (Malte Klingenhäger)
Stadtpläne (Anne Wahl)
Später (Lisa Herden)
Stadtkinder (Julia Nüllen)

Lyrik

Schmutzige Finger (Elisabeth Schröder)
[D]Eine Stadt (Julia Nüllen)
Oben Luft unten Schlucht (Dinah Schöneich)

Grenzübergreifendes – Theater

Lose Gedanken zu Schimmelpfennigs ‘Das fliegende Kind’ (Zoë Porombka)