Musik – Tanzt auf unsere Texte!

Musik und Text sind wahrscheinlich immer schon eng verbunden gewesen. Zum einen, ganz einfach, weil viele Musikstücke einen Text haben. Zum anderen, weil viele Musikstücke auf einem Text beruhen: dem Notentext.

Musik ist also „irgendwie auch Text“. Und Texte wiederum können ihrerseits sehr musikalisch sein – wer einmal einen guten Lyrik-Vortrag gehört hat, weiß, was ich meine. Aber auch in Prosatexten können Rhythmus und Melodie eine entscheidende Rolle spielen: Es gibt Romane, deren Sprache so sehr „klingt“, dass sie uns einen regelrechten Ohrwurm verpasst.

Als Beispiel fällt mir Jack Kerouacs Klassiker On the road ein. Hier werden zentrale Motive – das Unterwegssein, der Drogenrausch, das ekstatische Klangerlebnis des Jazz – durch die rhythmisch-bewegte Sprache ganz unmittelbar transportiert. Kerouacs Buch ist ein Schlüsseltext der Beat-Literatur, jenes literarischen Genres, in dem das Wort beat zwar eigentlich „erschöpft“, „heruntergekommen“ heißt, aber durchaus auch für den „Beat“ stehen kann, der beispielsweise in den Gedichten eines Allen Ginsberg pulsiert.

Und wenn wir schon dabei sind, den Begriff der Beat-Poesie etwas weiter zu fassen – gehört Rap dann nicht auch dazu? Zumindest gibt es unter Rappern beeindruckende Sprachspieler und Geschichtenerzähler, die ihre Texte mit rhythmischer Finesse und gekonntem flow auf den Beat bringen. Und da wir nun, bedingt durch Rap, im Bereich des männerdominierten musikbasierten Posertums angekommen sind, schießt mir aus irgendeinem Grund plötzlich diese Frage durch den Kopf: Was ist eigentlich aus der deutschen Pop-Literatur geworden?

Wie dem auch sei – im März schenkt die kultextur ihr Herz der Musik. Dafür formieren wir uns als Band, tüfteln am Wort-Klang, werden zu Song-Schreiberinnen, literarischen Hit-Produzenten und Computer-Tastenvirtuosinnen, die euch von Schreibtisch, Bühne oder DJ-Pult aus zurufen:

Tanzt auf unsere Texte!

Viel Spaß dabei wünscht Euch Eure Chefredakteurin im März,

Elisabeth Schröder

Grenzübergreifendes – Informatives

Song der Woche: Doppelkopf – Raps vom Mond (Elisabeth Schröder)
Song der Woche: Louis Armstrong – Mack the Knife (Zoë Porombka)
Song der Woche: Herbert Grönemeyer – Kein Pokal (Anne Wahl)
Song der Woche: Gary Jules – Mad World (Malte Klingenhäger)

Lyrik

murmeln spielen (Dinah Schöneich)
Gastbeitrag: Nursery Rhymes (Julie Paschold)

Prosa

Shuffletexte (Anne Wahl)
Menschenkind (Lisa Herden)
Knack (Julia Nüllen)

Informatives

Interview mit Ch3shire zum Thema Sprache in der elektronischen Musik (Malte Klingenhäger)