Editorial: Melancholie

Foto: Elisabeth Schröder

Es fallen die Blätter, die Tage sind schon richtig kurz und kultextur begrüßt den Herbst mit Melancholie.

Wir wollen gemeinsam traurig ins Tal blicken, vielleicht bei Sonnenauf- oder Untergang, Nebel soll die Bergspitzen umhüllen. Oder wir wollen tief in uns hinein sehen, das Vergehen der Zeit betrauern und über die Welt grübeln.

„Schwarzgalligkeit“ haben das die antiken Mediziner genannt und die allgemeine Traurigkeit auf durcheinander gebrachte Körpersäfte zurückgeführt. „Weltschmerz“ nannten es die Romantiker, die bekanntlich etwas poetischer an das Thema herangingen.

Wir wollen den Blues haben und wenn wir in den Herbstregen blicken, den ersten Zimttee schlürfen und seufzen, dann wollen wir uns daran erfreuen, mal so richtig traurig zu sein und schließlich denken zu können: Ist ja alles gar nicht so schlimm.

kultextur wünscht Ihnen einen wundervollen Herbst,

Ihre Chefredakteurin im Oktober

Anne Wahl

Gastbeitrag

Bodenperspektiven (Sophie Garbe)
Der Endlose Regen auf die Pfütze des Bewusstseins (Julius Noack)

Prosa

Buldern, 1. Oktober 2015 – Eine Beobachtung (Lisa Herden)
Venustransit (Lisa Herden)
Der Straßenmusiker (Julia Nüllen)