Wort und Totschlag

Wort und TotschlagMiträtseln, mitfiebern, mitlachen, eintauchen, fürchten und ein bisschen ekeln – Krimis unterhalten auf die unterschiedlichste Weise. Getrieben vom Motor ihres großen, wirtschaftlichen Erfolges, präsentieren sie sich bis heute in immer neuen Facetten und Kombinationen. Wie viele Kunstformen ursprünglich gering geschätzt, ist die Akzeptanz für anspruchsvolle Kriminalliteratur inzwischen jedoch stark gewachsen.

Zwar will der durchschnittliche Krimileser vornehmlich noch immer unterhalten werden, doch gibt das Genre ihm mehr Einblicke in die Gesellschaft, als auf den ersten Blick ersichtlich. Ob nun in Form der scheinbar obligatorischen Sozialkritik im Tatort, oder der sachlichen Schilderung einer Verbrecherbiographie bei Schiller (Der Verbrecher aus verlorener Ehre) – es bleibt selten bei der Frage nach dem Täter. Mindestens verlangt der Leser nach einem Motiv. Man darf sich aber auch fragen, wer uns eigentlich als Bösewicht taugt und wo wir ihn vermuten. Ist er ein Sinnbild der Ängste einer Gesellschaft? Darf man mit ihm sympathisieren? Jeder Krimi nähert sich diesen menschlichen Fragen auf seine Weise. Dabei bedient, konstituiert und formt er unsere Vorstellung von der dunklen Seite der menschlichen Natur.

Grund genug für kultextur, das Genre genauer unter die Lupe zu nehmen. So ziehen wir uns die Ermittlungshandschuhe an und schütteln in diesem Monat den Krimibaum. Mal schaun, ob’s Leichen regnet.

Euer Chefredakteur im September

Malte Klingenhäger

Prosa

Messerwerfer (Malte Klingenhäger)
Lord Wenthems Uhr (Julia Nüllen)
Thorbens Schuld (Julia Nüllen)
Viel schöne Fassade (Lisa Herden)

Lyrik

Inspektor Wiesenkötters neunzehnter Fall (Anne Wahl)
Ein Stich (Dinah Schöneich)
Der heldenhafte Rudi (Anne Wahl)