Gastbeitrag: Sophie Garbe – Wasteland

wasteland

I. land

wo die letzten Tanzbären sich müde umkreisen
verwittern verglitterte Gesichter
das Morgen zerknittert im rastlosen Blick

die Sehnsucht zieht sich aus
entblößt ihren fadendünnen Körper
beim Anblick der geflickten Haut befällt uns Übelkeit
die Angst über den schiefen Horizont zu stolpern steigt

 II. wasted

manchmal schleicht sich die Zeit auf unsere Parties
pflück all ihre Kerne aus deiner Stirn
spuck sie auf den Asphalt nie auf die Erde
wir wollen nichts lernen

pack die Kronen aus ich habe Lust auf Pathetik
einfach das Herz ins Korn werfen
und dann verschwenden wir uns noch einmal

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Über Sophie Garbe:

Sophie Garbe, geboren in Berlin, aufgewachsen in Tübingen, studiert in Münster.
Fragt sich manchmal, ob nur sie es poetisch findet, dass Regenwürmer keine Lunge aber dafür fünf Herzen haben. Schreibt über solche und andere Fragen und zwar meistens dann, wenn ihr die Worte fehlen.
2010 und 2011 Lyrix-Preisträgerin, 2014 ausgewählt zum Treffen Junger Autoren. Seit Anfang 2015 Stipendiatin des Literaturlabors Wolfenbüttel, wo sie weiter ihre komplizierte Beziehung zur Sprache aufarbeitet.