Phantomsommer

Phantomsommer

Foto: jn

Wie viel Sommer passt durch die Ritzen der Jalousie?

Gerade genug, um die Winterablagerungen aus den Knochen zu schmelzen, oder so viel, dass sich Gedanken verflüchtigen?

Mag es sein, dass die Hitze nicht vom Himmel und nicht aus dem Asphalt kommt, sondern von der Angst, den Polaroid-Moment dieses Abends zu verpassen – und zu hoffen, dass er mit deinem Leben amalgiert? Du suchst jeden Abend dein Gesicht und dein Haar nach den Spuren ab. Nie findest du Goldstaub.

Wäre es möglich einzugestehen, dass wir müde sind von der „time of our lifes“?

Unsere Haut riecht nach Sonne, die Grillen übertönen den Klang deines Atems. Irgendwo im Hinterhof erklärt jemand, dass das Meer nicht mehr als zwei Stunden entfernt ist. Dort warten Fußabdrücke, die zu unseren passen. Eingewickelt in die blaue Stunde, warten auf die Sterne, auf die Dunkelheit und die Kühle, die nicht kommt.

Wird es später reichen – genug sein, um zu überwintern?